Tag 2: Erster Spaziergang, erstes Bürsten

Der weitere Sonntag verlief von ein paar Unterordnungsübungen abgesehen ruhig. Einzige größere Aktion war das erste Bürsten. Und dies verlief sehr gut! Hexe ließ sich anstandslos vollständig bürsten. Von Falko war ich da ganz was anderes gewohnt! Es dauerte damals knapp eine Woche, bis ich ihn einmal am Stück hatte bürsten können.

Falko war, bevor er zur Blindenführhundschule kam, ein Sporthund unter vielen. Er sollte zum Schutzhund ausgebildet werden, zeigte aber keinerlei Interesse, irgendwen zu beißen. Erst Frau Grün wurde seine erste echte Bezugsperson, und ich dann die zweite. Falko litt auch lange nach der Einarbeit an Verlustängsten und konnte schlecht allein bleiben. Sein Vertrauen musste richtig hart erworben werden. Wer uns kennt, weiß, dass da kein Blatt zwischen uns passt.

Hexe ist da etwas offener und geht nach ein paarmal Nachfragen davon aus, dass das so seine Richtigkeit hat. Beim Bürsten, rdas sie von Welpenbeinen an kennt, beim gesamten Aufbau der Bindung herrscht ein anderer „Ton“.

Das hat man auch beim Spaziergang und dem Ersten Gang zum Brötchenholen gemerkt. Das Führen fand heute noch an der Leine statt, noch nicht im Geschirr. Sie traute sich, mich abzudrängen, sie lief sehr souverän einen ihr bekannten Weg. Sie stellte sich schnell auf mich ein, und ich muss mich an eine viel grazilere Führweise gewöhnen. 😉 Auch im Freilauf klappte es schon echt prima. Das Herankommen ging von einem Mal abgesehen ganz prompt.

Update 2 Stunden später waren wir noch einmal spazieren und haben Unterordnungsübungen gemacht. Sehr erfolgreich, aber jetzt ist Hexe etwas geplättet. 🙂

Und noch etwas: Als Hexe mich heute morgen führte, ging Falko bei Frau Grün an der Leine und machte einen sehr entspannten Aeindruck. Von Eifersucht keine Spur! 😀

Einarbeit mit Hexe geht los

Am gestrigen 03.07. war es soweit: Falko und ich brachen zur Blindenführhundschule Grün auf, um die Einarbeit mit Falkos Nachfolgerin Hexe zu beginnen.

Die Zugfahrt selbst verlief sehr ruhig und klimatisiert, was angesichts von Außentemperaturen schon morgens um die 30 Grad Celsius sehr angenehm war.

Am Bahnhof in Mannheim holte uns die Trainerin ab, allerdings ohne Hexe, weil der die Fahrt im heißen Auto nicht zugemutet werden sollte, wenn es nicht unbedingt nötig tat. Und das tat es ja nicht, weil noch kein Training stattfinden sollte.

Bei der Ankunft waren Hexe und Falko sofort aneinander interessiert, und Hexe begrüßte mich auch sehr freudig.

Beim Auspacken waren Falko, Hexe und ich dann das erste Mal allein. Sie war sehr interessiert an dem, was ich tat, und als ich Falkos Geschirr in die Hand nahm, um es irgendwoanders zu plazieren, stupste sie es mehrmals an, so als wollte sie sagen: „Hey, damit kann ich auch was anfangen, zieh es mir doch an!“ Dazu muss erwähnt werden, dass Falko und ich vor zwei Wochen zum Kennenlernen hier waren und Hexe und ich einen Probelauf absolvierten, sie mich also auch schon mit einem Führgeschirr verknüpfen kann.

Die erste Nacht verlief sehr ruhig. Es war ziemlich warm, aber die beiden kuschelten sich im Zimmer gemütlich auf Decke bzw. Hundematratze, und es wurde dann auch durchgeschlafen. Morgens kam Hexe dann ein, zweimal an, um zu gucken, ob ich schon wach war, und gab Köpfchen zur Begrüßung.

Hexe ist ein sehr ausgeglichener Hund mit einem freundlichen Wesen, neugierig, und wenn es angebracht ist, auch schön verspielt (sie ist ja im März erst zwei Jahre alt geworden), aber auch sehr arbeitsfreudig und war beim Probelauf mit dem nötigen Ernst bei der Sache.

Heute werden wir die Beziehung weiter vertiefen. Sie ist sehr interessiert an allem, was ich mache, läuft mir viel hinterher und guckt mir auf die Finger. 🙂

Demnächst mehr an dieser Stelle!