Der Sport und ich – ein neuer Versuch

Oh ja, der Sport und ich, das ist ein ganz schwieriges Thema! In Sport war ich nie gut. Auf Zeugnissen gab es zum überwiegenden Teil meiner Schulzeit die Note 4, manchmal auch die Note 3, dann aber meistens mit einem imaginären dicken Minuszeichen davor. Im Gegensatz dazu hatte ich in Schwimmen immer bessere Noten. Sport hat mir nie Spaß gemacht. Ich habe nie dieses euphorische oder befriedigende Gefühl empfunden, von dem mir andere Sportler immer vorschwärmen. Ich habe immer das Gefühl gehabt, ich quäle mich zum Ziel,Muskelkater waren mir verhasst, sie schränkten mich in meinem Wohlbefinden ein, und ich empfand sie nie als „gute Erinnerung“ an die erbrachte Leistung. Von anderen, echten, Sportverletzungen fange ich lieber gar nicht erst an. Vielleicht fehlt mir ja die Endorphinausschüttung, die andere beim Sport empfinden und die die Ursache für dieses befriedigende Gefühl ist. Ich hasse es auch zu schwitzen.

Ich weiß aber, dass ich rein von der Vernunft her Sport machen müsste. Ich bin übergewichtig, auch nicht gerade wenig, und in meiner Familie gibt es diverse Fälle von Altersdiabetes. Und auch die Moppeligkeit ist in meiner Familie weit verbreitet. Und obwohl Sportfanatiker es vehement abstreiten, glaube ich, dass es auch eine gewisse genetische Disposition dazu gibt, ob man tendenziell schlank oder nicht ganz so schlank ist.

Nun habe ich aber auch das Gefühl, der Sport, der mir so richtig Spaß macht und mich nachhaltig an Gewicht abnehmen lässt, muss erst noch erfunden werden. Wie ich oben schon schrieb, hat mir Sport nie Spaß gemacht. Am verhasstesten war mir das Lauftraining. Es gibt in meinen Augen keine monotonere und stupidere Art Sport zu machen als kilometerweise vor sich hin zu joggen. Dazu käme, dass, sollte ich laufen wollen, ich wegen der Blindheit einen Laufpartner bräuchte. Ich wäre also immer von jemandem abhängig, und das birgt grundsätzlich einen erheblichen Unsicherheitsfaktor, auf den ich absolut keinen Wert lege.

Auch bin ich niemand, der sich vorstellen kann, sich an irgendwelche „Foltergeräte“ in Fitnessstudios zu klemmen. Es geht mir nicht darum, wie Arnold Schwarzenegger rumzulaufen, sondern darum, Gewicht zu reduzieren.

Schwimmen würde ich gern wieder regelmäßig. Mein Problem ist aber, dass ich bisher in Hamburg noch keine Schwimmhalle gefunden habe, in der ich mich so gut zurechtfand, dass ich mir einen regelmäßigen Besuch allein vorstellen könnte. Dazu kommt, dass ich ja zur Orientierung außerhalb des Beckens einen Stock benutze und den irgendwo lassen muss. Ein Blindenstock übt eine nahezu magische Anziehung auf Halbstarke mit Flausen im Kopf aus, so dass ich nicht die Garantie hätte, dass er hinterher noch dort ist, wo ich ihn abgelegt habe. Es müsste also ein halbwegs übersichtliches Schwimmbad sein, das zumindest zu bestimmten Zeiten nicht zu sehr von Blödsinn machenden Jugendlichen oder anderweitig Halbstarken frequentiert wird, eine abgegrenzte Bahn zum Schwimmen hat und nicht in Timbuktu liegt. 😉

Etwas anderes, das mir während meiner Internatszeit sehr viel Spaß gemacht hat, und das ich auch nach einem Krankenhaus im Jahr 2007 wieder neu aufnahm, war Judo. In dem Verein in Bergedorf, in dem ich bis Ende 2010 recht regelmäßig aktiv war, bin ich bis zum orange-grünen Gürtel gekommen. Das ist der vierthöchste Schülergürtel. Ich bin jetzt zwar zwei Jahre wieder draußen, bedingt durch meinen Umzug von Kirchwerder nach Barmbek und die damit verbundenen Umstellungen. Ich habe aber gerade Kontakt zum nächst gelegenen Judoverein aufgenommen und gehe kommenden Mittwoch zu einem Probetraining. Das wird auf jeden Fall eine regelmäßige Ertüchtigung, wenn die Chemie zwischen mir und der Breitensportgruppe stimmen sollte. Es wird dort mit Sicherheit auch gelaufen, aber zum Glück nur zum Aufwärmen. 😉

Ich werde weiter berichten!