Bye bye Mobilfunkvertrag

Nach fast 15 Jahren lief Ende August mein Mobilfunkvertrag bei der Telekom aus. 15 Jahre lang habe ich immer dieselbe Nummer gehabt, habe dort mein erstes Handy, ein Siemens S4, bekommen und auch den Schritt zum iPhone hin mit vollzogen. Und dann war Schluss!

Als ich dies neulich twitterte, stürmten gleich mehrere Fragen auf mich ein, so dass ich hier mal ausführlich erklären will, warum ich mich dazu entschieden habe, keinen Festvertrag mehr zu haben, sondern ab sofort unter die Prepaid-Nutzer zu gehen.

Der Grund ist, dass es in den Vertragsangeboten der Telekom und der anderen großen Anbieter kein Angebot gibt, das zu mir passt. Ich telefoniere mit dem handy sehr wenig, manchmal monatelang gar nicht, ich schicke so gut wie keine SMS, sondern nutze WhatsApp und iMessage. Das einzige, was ich mit dem Handy intensiv betreibe, ist der Aufenthalt im Internet, wenn ich unterwegs bin. Twitter, Foursquare, E-Mail, Surfen, Navigation, und was es da noch so gibt.

Sämtliche Verträge, wie auch der, den ich bis zum Schluss hatte, liefern aber nur Gesamtpakete. man bekommt ein Internetpaket mit 500 MB oder 1 GB nur, wenn man gleichzeitig eine Festnetz-Flat, bei manchen sogar noch eine Flat ins eigene Netz usw. mitbucht. Optionen für Wenig-Telefonierer, die vielleicht, wenn’s hochkommt, einen Euro im Monat vertelefonieren, gibt es nicht.

Ich zahlte also für meinen Mobil-L-Tarif oder wie der auch immer hieß bei der Telekom schlanke 55 Euro. Als ich ankündigte, dass ich meinen Vertrag nicht verlängern wolle, wurde ich gleich von mehreren Marketing-Aktiven bei der Telekom bestürmt, warum ich das denn zu tun gedächte, und ob man mir denn nicht was anbieten könnte. Als ich dann spaßeshalber (ich hatte mich natürlich schon längst informiert) ansagte, was ich wollte, kam man mit einem 30-Euro-Paket um die Ecke. OK, 25 Euro weniger, aber immer noch viel zuviel drin, was ich schlicht und einfach nicht brauche.

Ich sah mich dann bei Congstar und – nach einer Empfehlung von DerPepo – bei Fyve um. Denn eines war klar: Es sollte etwas im D-Netz sein, daher kam z. B. Simyo oder sonst etwas, das auf dem E-Plus-Netz fußt, nicht in Frage. Auch mit dem, was so im O2-Netz angeboten wurde (wie maxxim) und wie es sich gerade in ländlicheren Gebieten auf meinem iPad verhält, war ich nicht glücklich, weswegen dort angesiedelte Anbieter für mich auch nicht in Frage kamen.

Bei Congstar schreckte mich die Webseite ab. Das ganze System ist zwar günstig, mit einem Grundtarif von 9 Cent und eigentlich ganz einfachen zubuchbaren Optionen, es gibt aber noch so viele andere Möglichkeiten, dass ich für meinen Geschmack viel zu lange brauchte, um durch dieses ähnlich tarifdschungelartige Gebilde wie bei der Mutter Telekom durchzufinden. Und ja, liebe Mobilfunkanbieter, das ist ein nicht unwesentlicher Faktor bei der Kundenbegeisterung: Warum muss es immer so kompliziert sein?

Ganz anders Fyve: Gefunkt wird im Vodafone-Netz, der Tarif ist klar strukturiert, man weiß, was man bekommt und zubuchen kann. Es gibt eine klare Linie.

Ich zahle nun also 10 Euro pro Monat für 500 MB Daten-Flatrate, kann diese bei Bedarf umgehend für 5 Euro extra auf 1 GB aufstocken. Für SMS und Gespräche zahle ich 9 Cent, wenn ich sie denn mal nutze. Das sind also im Vergleich zu dem, was ich bei der Telekom gezahlt habe, 45 Euro weniger! Auf Wunsch könnte ich, wenn ich wollte, Gesprächs- und SMS-Flatrates hinzubuchen und wäre dann ungefähr bei den 30 Euro des Telekom-Alternativangebots. Wie gesagt, wenn ich es wollte…..

Ich bin nicht gebunden, kann das Teil jederzeit deaktivieren, wenn ich es will, und ich kann flexibel gestalten, was ich in einem Monat brauche, ohne Kündigungsfristen zu beachten.

Einziger Nachteil, wenn man es denn nutzt: Das Roaming im Ausland wird bei der Telekom für Vertragskunden mit sog. Pässen realisiert: Man zahlt z. B. für 24 Stunden und 10 MB Traffic 14,95 Euro, wenn man in den USA oder Kanada weilt. Bei Fyve zahle ich 49 Cent pro 50 KB. Das macht aber nichts, man hat in den USA und Kanada ja eh fast überall freies WLAN zur Verfügung. Im EU-Ausland kriege ich für 50 Cent 1 MB Traffic. Aber WLAN verbreitet sich ja immer mehr… 😉

Ich bin mit meiner Entscheidung jedenfalls sehr zufrieden. Die Netzabdeckung steht der von der Telekom in nichts nach. Im Gegenteil: In meiner Wohnung ist sie sogar besser! 🙂

Ach ja: Die Handynummer habe ich nicht mitgenommen. Es war auch hier mal zeit für was neues.

Und noch etwas: Vodafone bzw. Fyve zahlen mir für diesen Blogbeitrag keinen Cent. 😉